The final Countdown

Veränderte Sichtweisen, viele neue Erfahrungen und Erkenntnisse, tolle Orte und es geht noch weiter. Wir beschließen, dass wir unbedingt mal dieses Leben auf dem Campingplatz ausprobieren müssen.

Daher suchen wir uns für den kommenden Tag einen Platz aus, der mit ca. einer Stunde Fahrtzeit gut zu erreichen ist und die zarte Bernerseele nicht so sehr belasten sollte. Wie in den vergangenen Tagen sollte es auch an diesem Tag nicht so ganz nach Plan laufen…

Am frühen Morgen, noch vor dem Frühstück, seilen wir uns vom hoch gelegenen Hirschwild-Reservat in niedrigere Gefilde nach Deggendorf ab, um an der Donau eine entspannte Runde mit den Jungs zu gehen, Einkäufe zu erledigen, Wasser Import-Export am Wohnmobil usw.

Wir geben Rauchzeichen

Es geht damit los, dass wir den beschriebenen Stellplatz nicht finden können und somit die erwählte Runde an der Donau mangels Parkplatz nicht laufen können. Ein Stück weiter des Weges finden wir doch noch ein geeignetes Plätzchen. Das Fahrzeug gerade abgestellt, steigt leichter Rauch aus dem Motorraum an der Windschutzscheibe empor. Nicht viel, aber trotzdem deutlich sichtbar. Normal ist das sicher nicht. Ein Blick in den Motorraum zeigt nichts offensichtliches, und der Rauch verzieht sich sogleich. Was bleibt, ist ein leichter Geruch nach – ja was eigentlich? Sehr schwer zu deuten. Ein kurzer Anruf beim Wohnmobilvermieter und nach Rücksprache umgehend die Bitte, eine nahe Werkstatt aufzusuchen, um einen prüfenden Blick auf das Fahrzeug werfen zu lassen. Der sehr freundliche und engagierte Herr der ortsansässigen Mercedeswerkstatt checkt das Wohnmobil sehr gründlich, und entdeckt schließlich zwei nicht ganz dichte Steckverbindungen des Ad Blue Systems. Schlimmsten falls müssen wir Ad Blue nachfüllen, passieren könne nichts, da nicht entzündlich und wir können die Fahrt fortsetzen.

Mit erheblicher Zeitverzögerung kommen wir schließlich am ausgewählten Campingplatz an und suchen uns ein lauschiges Plätzchen aus. Die kommenden zwei Tage entspannen wir zusehens, eine gute Entscheidung. Der Campingplatz ist spärlich besucht, sehr grün und beschaulich, ganz wie wir es mögen. Wir können erahnen, dass wir, um konzentriert arbeiten zu können, Ruhe und Entspannung benötigen. Reisen, Einkaufen und Wassertanks auffüllen an einem Tag, Stillstand an den Arbeitstagen.

Das Ende ist Nah

Wir bleiben für zwei Nächte und teilen den Heimweg in zwei Etappen auf. Über Niederalteich – dort ist ein wunderschöner Stellplatz direkt an der Donau – führt uns unser Weg auf einen kleinen Hof in der Nähe von Beratzhausen, nördlich von Regensburg. Leider kommen wir an diesem Tag sehr ungelegen und müssen unverrichteter Dinge weiterfahren. Auch das kann einem bei Landvergnügen * einmal passieren, dass die zu erledigenden Aufgaben auf dem Hof sich nicht vereinbaren lassen mit der Beherbergung von Gästen. Wir ziehen weiter und entschließen uns dazu, einen Stellplatz in Kelheim anzufahren, nicht unsere erste Wahl, schafft uns aber die Möglichkeit Ver- und Entsorgung sowie ein abschließendes Abendessen beim nahe gelegenen Italiener zu verbinden. Keine schlechte Wahl, wie sich rausstellt. Schnell, extrem lecker und das alles zu einem super Preis, Daumen hoch. Nachts lässt uns ein Gewitter etwas unruhig schlafen, da wir die lauten Geräusche noch nicht so gewohnt sind, ist ja schließlich unser erstes Gewitter.

Am nächsten Tag geht es auf die Heimreise, der Auswechsel-Willy wird entleert, innen gründlich gesäubert und Freitag Mittag wieder bei Tour-Mobil in Schwarzenbruck abgegeben. Wir möchten uns abschließend bei Ines Teubner und Frau Deppé bedanken, die uns wirklich eine große Hilfe gewesen sind. Wir haben sogar, trotz Pfingstferien und Hauptsaison, angeboten bekommen, dass wir für weitere ein bis zwei Wochen ein Leihfahrzeug anmieten könnten, für den Fall, das unser Willy immer noch nicht fertig ist. Wir sind wirklich gerührt und sehr dankbar über soviel Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft und Anteilnahme. DANKE!

Ich will Euch nicht weiter auf die Folter spannen. Bereits am Donnerstag haben wir erfahren, dass wir Free Willy endlich abholen können und sämtlich Mängel behoben sind. Kleine Ursache, große Wirkung. Die Ursache für den plötzlichen Leistungsverlust war ein korrodierter Kontakt am Steuergerät, der falsche Werte gesendet hat und die Fahrzeugelektronik daher auf Notprogramm umgestellt hat. Jetzt sind wir überglücklich und können es kaum erwarten zu starten. Unseren stark reduzierten Hausstand einräumen am Samstag, ein kleines Event an Pfingsten, und am Dienstag den 22. Mai 2018 startet endlich unser großes Abenteuer. Mit 52 Tagen Verspätung! 7 Wochen in Griechenland mußten leider gecancelt werden. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, wir werden das ganz sicher nachholen.
Das hin und her der vergangenen Wochen hat nun ein Ende und nach einer Eingewöhnungszeit werden wir mit unserem eigentlichen Projekt Dognomads beginnen.

Bleibt uns wohlgesonnen

Robert, Susanne und die Jungs

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