Unsere To-Do-Liste

So ein Ausstieg klingt ja erst einmal nach viel YEAH und alles wird toll – doch bis dahin ist es ein verdammt weiter Weg. Wir haben uns daher gedacht, wir stellen einmal unsere To-Do-Liste vor. Es mag ja den ein oder anderen geben, der sich inspiriert fühlt und es uns nachtun möchte – fühle Dich daher frei, unsere Liste als Anregung zu nehmen.

Der Hausverkauf

Ein echt großer Punkt auf unserer Liste ist unser Haus. Wir wohnen seit 12 Jahren darin und es ist sehr geräumig. Das heißt wiederum, das 2 Menschen dort sehr viele Dinge im Keller und auf dem Dachboden verstauen können. Genau das haben wir getan. Dazu kommt eine Garage und zahlreiche Räume, die jetzt zwar nicht bis unters Dach voll sind, aber dennoch nicht ansatzweise in ein Wohnmobil passen werden. Ganz zu schweigen davon, dass wir sie auch gar nicht mitnehmen wollen würden. Ist man an diesem Punkt seines Lebens angekommen, an dem alles einfacher und damit weniger werden soll kann man sich eigentlich nur fragen: WTF? Was zur Hölle haben wir uns dabei nur gedacht? Die Antwort ist simpel: Gar nichts. Nada. Niente.

Ich habe es im letzten Beitrag schon anklingen lassen: Dieses Leben, da rutscht man so rein. Und man übernimmt völlig unreflektiert einfach all das, was andere vor einem auch gemacht haben. Weil es hat ja auch funktioniert. Also irgendwie jedenfalls. Es ist ziemlich interessant, was unsere Pläne in anderen Menschen für Reaktionen auslösen. Vor allem in denen, denen wir nicht nahestehen. Ich hatte heute ein Gespräch mit einer Kundin. Sie bekam große, staunende Augen die zu funkeln begannen. Und dann gab sie zu, neidisch zu sein (ein wenig). Der Hausarzt des Gatten sagte: Sie haben so recht. Einfach weg von all dem Stress hier.

Gedanken-Strandgut

Und ich sehe, wir treffen einen Nerv. Ich merke gerade, wie sich die Welt ein wenig verändert. Endlich. Immer mehr Menschen wachen auf und erkennen ihr sinnloses Tun. Das ewige Rad aus Arbeiten, Geld verdienen und Dinge kaufen, um sich damit zu trösten wird langsam durchbrochen. Wir sind Generationen nach dem letzten Krieg, wir haben genug zu Essen und zu trinken und Sicherheit und langsam wächst hier etwas neues, gutes aus dieser Welt (das kann man übrigens nur sehen, wenn man hinguckt und sich dagegen entscheidet, sich von den Medien täglich vor Augen führen zu lassen, wie schröööcklich diese Welt da draußen ist. Nachrichten gucken informiert nicht, es lässt Dich in Schreckstarre fallen und nur eine neue Gucci-Tasche kann diese Angst lindern).

Ich bin jetzt ein wenig abgedriftet aber ich habe für mich beschlossen, mir keine Gedanken mehr darüber zu machen, ob irgendjemand da draußen sich angegriffen fühlt, wenn ich sage was ich denke. Das ist ein freies Land, wem es nicht passt und gefällt, der kann gerne gehen. So, nachdem die Fronten jetzt geklärt sind kommt hier also ein Auszug aus unserer To-Do-Liste. Die lässt mich nämlich regelmäßig in Schreckstarre verfallen.

To-Dos vor dem Ausstieg

Nach der Sache mit dem Haus, das ausgemistet und verkauft werden will (ein paar kleinere Schönheitsreparaturen fallen ebenfalls an), stellt sich natürlich die Frage nach dem Wohnsitz. Das ist nämlich gar nicht so einfach. Man kann nämlich nicht mal eben sagen, dass man nirgends mehr wohnt denn mit dem Wohnsitz ist so ziemlich alles verknüpft: Von der Wohnmobil-Anmeldung bis zur Krankenkasse.

Da kommen wir direkt zum nächsten Punkt: Eine Krankenversicherung. Wir haben uns mit dem Thema ja im Vorfeld schon befasst und wo andere Reisende sagen, eine Auslands-Krankenversicherung reicht aus, sagt die Krankenkasse, dem sei mitnichten so. Zum Glück haben wir da Conections, ebenso wie für die Sache mit der Steuer.

Zu guter letzt hat natürlich das Thema Wohnmobil Priorität. Klar, es gibt hunderte von Modellen da draußen, allerdings kommt ein Freizeitmobil für unsere Zwecke so gar nicht in Frage, schließlich wollen wir dauerhaft darin leben und brauchen dafür ausgelegt das passende Gefährt. Heizung, Dämmung, Klimatisierung, der geeignete Antrieb, technische Feinheiten, eine Solaranlage mit genügend Leistung, eine gesicherte Wasserversorgung für mehr als nur 2 Tage, wie hoch ist die Zuladung und zu guter letzt die für uns geeignete Innenaufteilung, wie bringen wir die Hunde sicher unter, ohne dass sie ständig im Weg rumliegen und wer kann den dafür nötigen Umbau vornehmen, was nehmen wir an Küchenausstattung mit, Kleidung, elektronisches Equipment etc. Hinzu kommt, das geeignete Modelle rar gesät und quer übers Land verteilt sind, was zusätzlichen logistischen Aufwand bedeutet und sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Es bleibt also permanent spannend.

Achja, und dann wäre da noch: Unsere zukünftige Arbeit. Wir haben nicht vor, das Haus zu verkaufen und dann zwei Jahre lang vom Erlös zu leben und nichts zu tun. Ich für meinen Teil liebe es zu arbeiten und mag es gerne vielseitig und vor allem abwechslungsreich. Im letzten Beitrag habe ich es schon anklingen lassen: Auch die Hundezeitung wird es in dieser Form nicht mehr geben. Neben dem bürokratischen Kram diskutieren und spinnen wir daher ständig an unserem neuen Konzept. Als ich damals mit dem bloggen angefangen habe, gab es kein Konzept. Inzwischen hab ich sehr viel dazugelernt und will dieses Wissen auch umsetzen.

Mal sehen was die Zukunft bringt

Wir gucken daher zum einen auf das, was wir mit den Hunden wirklich-wirklich wollen (um einmal Veit Lindau zu zitieren) und wen wir in Zukunft ansprechen möchten. Unsere Lebenszeit ist begrenzt und wir alle haben jeden Tag exakt 24 Stunden zur Verfügung. Das beste aus dieser Zeit zu machen, das ist es, was wir wollen. Und in Bezug auf ein Hundeleben bedeutet das, dass diese Zeit noch viel begrenzter ist. 10-12 Jahre sind der Schnitt, den wir uns immer wieder vor Augen halten müssen. In Zukunft möchten wir daher gerne alles unter dem Motto „Für die geilste Zeit mit Deinem Hund“ machen.

Es soll nicht darum gehen, dass wir jedem unseren neuen Lebensstil aufs Auge drücken und Du nur frei und glücklich im Wohnmobil leben kannst. Aber wir wollen ein wenig wachrütteln, Dich ermutigen die Augen aufzumachen und neue Wege zu gehen. Sowohl im Urlaub als auch im Alltag soll Dein Leben mit Hund vor allem eines machen: Spaß. Und da ich als alter Gesundheitsapostel auch nicht aus meiner Haut kann, wird auch das Thema Hundegesundheit weiterhin Thema bleiben.

 

Chaos im Haus und Chaos im Kopf 6 Monate vor der Abreise