Wir machen die Welt zu unserem Zuhause

Lange war es hier still aber das hat keineswegs damit zu tun, dass ich die Hundezeitung einschlafen lassen wollte. Vielmehr waren die letzten Monate eine wilde Achterbahnfahrt, die noch lange nicht vorbei ist. Im Gegenteil, das hier ist erst der Anfang. Denn wir haben große Pläne.

Aber von Anfang an. Kennst Du das Gefühl wenn Du daheim sitzt, Deinen Alltag so richtig lebst (haha, so lebenswert der Alltag eben oft ist ;-)) und Du Dir irgendwann die Frage stellst: War es das jetzt schon mit diesem Leben? Das klingt jetzt vielleicht hochdramatisch, aber so in etwa war mein Gedankengang im vergangenen Jahr.

Vor 12 Jahren hatten der Gatte und ich große Pläne (ja, der Kreis schließt sich :P). Ein Haus sollte es sein, und eine Familie. Kinder, gerne 2 oder vielleicht sogar ein drittes. Und Hunde. Und irgendwann vielleicht später mal ein Ferienhaus irgendwo, wo es schön ist. Das mit dem Haus haben wir hinbekommen. Das mit den Hunden auch. Und das mit den Kindern, das hat einfach nicht sein sollen. Es hat lange, sehr lange gedauert, sich damit abzufinden. Und nochmal viel länger, um einen neuen Lebensplan zu entwerfen. Denn da saßen wir nun, zu zweit in einem riesigen Haus. Wohnzimmer, Esszimmer, große Küche, Terrasse, Garten. Jeder ein Büro. Und trotzdem noch ein komplettes Dachgeschoss frei. Dazu einen Keller voll mit Gerümpel. Was sich eben so ansammelt in einem Jahrzehnt. Auch Jobs haben wir. Wöchentliche Besuche in der Hundeschule, tolle Nachbarn, einen Geschäftswagen und ein privates Auto. Dazu 2-3x im Jahr Urlaub.

Besser geht immer

Könnte besser nicht sein, oder? Doch, irgendwie schon. Da muss es mehr geben als das Anhäufen von Besitz. Und ich war schon als Jugendliche gegen dieses Leben im Eigenheim, bei dem der jährliche Urlaub das Highlight ist, auf das man hinfiebert. Aber man rutscht da eben so rein. Das Umfeld macht es vor und aus Mangel an Alternativen (und ein großes Stück Bequemlichkeit war auch dabei) lebt man eben so mit.

Als letztes Jahr – gut 4 Woche nach unserem gemeinsamen Urlaub in der Normandie – unser Freund und des Gatten Cousin Rainer mit gerade mal so 50 Jahren einfach starb, holte uns das gewaltig auf den Teppich. Man hört ja immer: Das Leben ist kurz, es kann morgen schon vorbei sein. Genieß es. Mach was draus. Aber der Alltag frisst die Gedanken und Ideen darüber auf. Bis es einen plötzlich trifft. Mitten im eigenen Leben. Und ein Loch in die Mitte des Freundeskreises reißt, das nicht mehr zu füllen ist. Zeit also, auf die Bremse zu treten. Und endlich den Kurs zu ändern.

Wohnmobil statt Haus

Ich will Dich nun gar nicht mehr länger auf die Folter spannen. Wir lassen vorerst unser altes Leben hinter uns. Und zwar auf die radikale Weise. Wir werden das Abenteuer suchen. Das Haus verkaufen, ein Wohnmobil kaufen und darin mit den Jungs durch Europa reisen. Leben und Arbeiten im Wohnmobil ab März 2018. Wir werden quasi zu digitalen Nomaden mit Hund. Nomaden weil wir vorerst keinen festen Wohnort haben werden. Digital, weil wir unsere Arbeit komplett online und damit digital verrichten werden. Der Gatte hat seinen Job gekündigt, ich meine Selbstständigkeit ausgebaut. In den ersten Monaten soll diese uns ernähren, außerdem wollen wir die Hundezeitung ausbauen. Dazu gehört natürlich ein neuer Name, ein neues Logo und ein neues Konzept.

Startschuss für die neue Seite ist Januar 2018.

Startschuss für unser neues Leben on the road ist März 2018.

Foto: Manuel Mauer

 

Bis dahin halten wir Dich auf dem laufenden und haben schon ein paar Themen vorbereitet, die Dich sicherlich interessieren werden und viele unserer und Deiner Fragen beantworten sollen. Abonniere daher am besten unseren Newsletter wenn Du nichts verpassen möchtest.

Und da wir ab sofort hier zu zweit etwas zu melden haben (okay, zu viert, die Jungs dürfen auch ab uns zu ihren Senf dazugeben) darf der Gatte nun auch noch ein paar Worte zu unserem Ausstieg und unserem Projekt sagen.

Schwabach gegen Europa

Die Gattin übergibt mir nun das Wort, dabei ist doch bereits alles, naja, zumindest vieles gesagt. Wir machen also Nägel mit Köpfen, tauschen ein Haus gegen ein Wohnmobil, „altes“ Leben gegen „Neues“, Schwabach gegen Europa, gut bürgerlich gegen – ja, gegen was eigentlich? Abenteuer? Naive Vorstellung? Zum scheitern verurteilt? Ich sage, wir gehen den richtigen Schritt – mein Bauch sagt das um es genau zu benennen – und der ist nicht klein 😉 Kann sich so etwas „nichtkleines“ wirklich täuschen? Fragt mich einfach nächstes Jahr, vielleicht habe ich die passende Antwort, oder ich suche sie noch, wer weiß das schon.

Sehr stolz bin ich jedenfalls auf unsere Familie, unsere Freunde, Nachbarn, Bekannten und meine Kollegen. Die Reaktionen auf unsere Ankündigung waren vielschichtig, zum allergrößten Teil positiv, nie negativ. Wenn Bedenken da waren – oder noch sind – wurden diese sachlich geäußert, wir wurden zum Nachdenken angeregt. Keiner hat uns für verrückt erklärt, wir wurden nicht beschimpft, nicht enterbt, verbannt oder ausgeschlossen, nicht gebrandmarkt oder abgestempelt. Ein riesiges Dankeschön an Euch alle dafür.

Es fühlt sich richtig an und es wirkt befreiend. Den ganzen Ballast an materiellen Dingen, die man glaubt zu brauchen, einfach weggeben. Ausbrechen aus der „Höher-Schneller-Weiter-Spirale“, auf das wesentliche konzentrieren, oder gar erstmal das wesentliche suchen, weil man es längst aus den Augen verloren hat. Wir norden uns neu ein und freuen uns tierisch darauf. Entschleunigen und neue Wege beschreiten. Was die Gattin bereits seit einigen Jahren aufgebaut hat wird uns tragen und unsere Leidenschaften für unsere Hunde, für Reisen, die Natur, gutes Essen und schmackhaftes Flüssiges machen wir zu unserem neuen Lebensmittelpunkt. Und Ihr werdet ebenfalls ein Teil davon sein, wenn Ihr wollt. Die Gattin hat ja bereits angekündigt, dass die Pläne groß sind. In der Schublade liegen sie bereits, und zum Teil ist das neue Projekt bereits in Arbeit.

Für mich wird es jedenfalls zunächst eine riesige Umstellung, weg vom Gehaltsempfänger hin zum Unternehmer – ich nehme die Herausforderung an 🙂

Aber jetzt genug geschwafelt, bleibt neugierig, bleibt gespannt und bleibt uns wohlgesonnen, fragt, was Euch unter den Nägeln brennt, ermuntert uns, regt uns an, seid konstruktiv oder genießt einfach mit uns zusammen unser Abenteuer – unser „neues“ Leben.

Und wenn Du wissen möchtest, wie sich die Sache mit dem Wohnmobil so angelassen hat, lies einfach bei #freewilly weiter

Die tiefsten Einblicke wird in Zukunft unser Newsletter geben. Wir verlassen uns nicht auf die Rhythmen und vor allem Algorithmen der sozialen Netzwerke und wollen lieber den sehr persönlichen Kontakt per Mail pflegen. Wenn Du also in unsere interne Freundesliste aufgenommen werden willst – Du musst nichts weiter tun, als hier Deinen Namen und Deine E-Mail-Adresse einzutragen und wir werden Dich in unregelmäßigen Abständen informieren.

 

 

Warum wir mit den Hunden auf Europareise gehen und unser Haus verkaufen

 

  •  
  •  
  •  
  • 87
  •