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22. August 2021

Hochsensibel – Wie Du aussteigst aus dem Drama

Meine Hochsensibilität war die letzten 3 Jahre kein Thema in meinem Leben. Seitdem ich ausgestiegen bin, war das Thema für mich schlicht nicht relevant. Warum Du als Hochsensible ebenfalls dringend aussteigen solltest, wie mir das gelungen ist und warum das Thema jetzt gerade wieder präsent bei mir ist – das erfährst Du in diesem Blogpost.

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Letzte Woche ist mir etwas „passiert“, was mir seit langer Zeit nicht mehr passiert ist. Darum hat es einige Zeit gedauert, bis ich darauf gekommen bin. Und zwar hatte ich einen Meltdown. Bis mir letztes Jahr eine Freundin davon erzählt hat, kannte ich die Bezeichnung nicht. Dabei handelt es sich um einen Zustand, den Hochsensible nur zu gut kennen: Alles wird Dir zu viel und Du brichst zusammen und heulst eine Runde den kompletten Weltschmerz hinaus. Danach geht es Dir wieder besser.

 

Und exakt das ist mir letzte Woche passiert. Ich nehm Dich jetzt mal ein bisschen mit in mein Leben und meinen Alltag, damit Du besser verstehen kannst, warum mich das so plötzlich getroffen hat. Denn wie eingangs beschrieben ist mir das so lange nicht passiert, dass ich gar nicht wusste, was da passiert.

Mein Ausstieg

 

Vor 3 Jahren war für mich der Zeitpunkt gekommen, dass mein Leben für mich nicht mehr funktionierte. Davon abgesehen, dass es bis dahin gar nicht mein Leben war, musste ich mit 39 aufhören so zu leben, wie ich bisher gelebt hatte. Meine Hochsensibilität war etwas diffus dahinwaberndes, etwas, das mich anderes denken, fühlen und handeln ließ, aber keine Bezeichnung trug. Ich war eben einfach anders. Darum entschied ich anders und lebte anders. Ich arbeitete beispielsweise schon seit Jahren allein daheim – seit 2012 um genau zu sein. Meine großen Vorbilder waren keine Stars und Sternchen sondern amerikanische Business-Ladies, die ich via Pinterest entdeckte. 

Ich war in keiner einzigen Blase, weder on- noch offline. Einzig meine Neugier trieb mich durchs Lebens. So kam ich auf Themen, die manchen bis heute noch verborgen sind. Und es kam wie es kommen musste: Das digitale Nomadentum kam in mein Leben. Die ganze Geschichte ist definitiv zu lang für einen Blogpost, aber ein paar Eckdaten liefere ich gerne. 

Der Wendepunkt in meinem Leben

2016 war ich an einem Punkt, wo ich todunglücklich mit mir selbst im speziellen und meinem Leben im besonderen war. Ich hatte einen tollen Mann, wir hatten ein Haus, hatten uns mit unserem kinderlosen Leben arrangiert, verdienten genug Geld und ich konnte von daheim aus arbeiten. Oberflächlich betrachtet alles tutti, in mir der 3. Weltkrieg. Darum beschloss ich im April, mir helfen zu lassen und vereinbarte einen Termin bei einer Heilpraktikerin, die mit Bach-Blüten arbeitete.

Die nächsten 18 Monate ging ich durch alle Untiefen und arbeitete alles auf, was bisher schief gelaufen war. Und das war eine ganze Menge! Nach den ersten 12 Monaten hatte ich wieder eine klare Sicht und der große Moment war gekommen. Ich wollte – MUSSTE – Nägel mit Köpfen machen. Alles in mir schrie: Raus, raus, raus! Raus aus dem System, dem bisherigen Leben und endlich so leben, wie ICH es will. Es musste eine radikale Veränderung sein, darum verkauften wir unser Haus und zogen zuerst in ein Wohnmobil, einige Wochen später in den Wohnwagen. Und so leben wir bis heute. Der Gatte, unsere beiden Hunde und ich. 

Der Traum vom naturnahen Leben

Für mich war es immens wichtig, naturnah leben zu können. Wie in meinem letzten Blogpost über das Leben im Wohnwagen beschrieben ist das für mich auf so vielen Ebenen so unglaublich richtig. Es ist wohltuend und heilsam, immer wieder und immer noch. Hier kann ich vollkommen ich sein. Hier hat niemand Ansprüche an meine Zeit und Energie, ich muss keinen Regeln folgen, die nicht zu mir passen und ich fühle mich frei. 

Die beiden größten Hürden bis dahin waren das Thema Vergangenheit aufarbeiten (das ist es, was ich mit meinen Kundinnen und den Bach-Blüten mache) und die volle Verantwortung für mein eigenes Leben übernehmen. Es mag romantisch klingen und erstrebenswert, tun und lassen zu können, was man möchte. In erster Linie bedeutet es verdammt viel Management und Liebe zum eigenen Wachstum. 

Katastrophen und noch mehr Katastrophen

Ich hatte in meinem Leben bisher genug große und kleine Katastrophen. Darunter eine (angeblich) unheilbare Krankheit, den frühen Tod meines Schwiegervaters, den Tod gleich 2er bester Freundinnen und eines guten Freundes (2012, 2015, 2016) und den Verlust unseres Pflegekindes, die einzige Hoffnung auf so etwas wie eine eigene Familie (2011). 2012 habe ich den Traum von der eigenen Heilpraktikerpraxis beerdigt. Und das alles kann ich inzwischen als nötige Stürme in meinem Leben betrachten, ohne Groll sondern mit viel Liebe. Es waren nötige Schritte. Sie haben mich zu der gemacht, die ich heute bin und ermöglichen mir das Leben, das ich jetzt führe. Und das ich zutiefst liebe (meistens) und für das ich immens dankbar bin (fast immer). Und ja, es gibt Themen, die klopfen immer wieder mal an.

Eigentlich waren wir beim Thema Management und Wachstum. Auf Grund der mir „widerfahrenen“ Katastrophen ist es mir immens wichtig, Selbstmanagement auf hohem Niveau zu betreiben. Ich kümmere mich eigenverantwortlich um meine Gesundheit (kein „Survivalspritzla“ – wie es eine Freundin so schön nennt – sondern gutes Stressmanagement, Aufbau meines Immunsystems, Einnahme von Supplements, die ich aus eigener Tasche zahle, eine gute Ernährung, regelmäßige Bewegung, Atemübungen, Meditation und Gehirntraining. Wie sagte mal eine Freundin so schön: Ich kenne niemanden, der so viel für seine Gesundheit tut wie Du. Dabei kenne ich zahlreiche Menschen, die viel mehr tun wie ich). Die Erfahrungen – und inzwischen das Wissen – über und mit der modernen Medizin lassen mich diese meiden wie der Teufel das Weihwasser. 

Emotionale Gesundheitspflege

Meine emotionale Gesundheit pflege ich regelmäßig mit Bach-Blüten. Als Hochsensible (hier schließt sich der Kreis langsam) halte ich mich von Menschenmassen fern und achte genau darauf, was ich mir zumuten kann und was nicht. 
Seit Oktober sind wir nun in Griechenland und leben weitestgehend auf dem Campingplatz (einen kleinen Abstecher gab es im Frühjahr, mehr darüber kannst Du hier nachlesen). Und seit 2 Wochen ist hier Halligalli Drecksauparty. Es ist unmöglich, alleine zu sein. Morgens wache ich auf mit den Geräuschen der Campingnachbarn. Gassigehen ist ein Spießrutenlauf. Nichtmal auf dem Klo ist man alleine.

Und so kam es letzte Woche, wie es kommen musste: Ein Meltdown. Seit Tagen war ich grummelig und bekam keinen Zugang mehr zu mir selbst. Wie auch, ohne Ruhe? Selbst die morgendlich geführte Atemmeditation im Bett war untermalt von dem Geknarre der Luftmatratze und dem Gekicher des Paares auf dem Nachbarplatz. Details erspare ich Dir hier.

Falls Du Dich fragst, was ich jetzt dagegen tue: Mir der Situation bewusst werden. Mein Bewusstsein ist meine größte Waffe, das größte Geschenk, das größte Wunder. Schon allein zu wissen, was das wahre Problem ist, löst 80% davon auf. Der Rest besteht dann nur noch aus Annahme. Ich kann es gerade nicht ändern. Also nehme ich es so hin. Ansonsten spielen natürlich auch Bach-Blüten und meine Routinen eine Rolle.

Wie auch Du aussteigen kannst

Mit meiner Geschichte wollte ich Dir zeigen, dass es möglich ist, auszusteigen. Und damit meine ich nicht unbedingt auswandern. Denn die Sache ist die: Egal wo Du bist, Dich selbst nimmst Du immer mit. Und das Leben wird Dir Deine Themen immer wieder vor die Füße kotzen. Wenn Du schlau bist, lernst Du den Umgang damit. Es geht um den Ausstieg aus dem Drama, nicht den physischen Ausstieg. Neben den emotionalen Themen, die es aufzulösen gilt (Traumata, Schuldgefühle, das Gefühl nicht richtig zu sein, ständige Überforderung, der innere Druck etc), spielt das Umfeld eine immense Rolle. Wenn Du Dich stets mit oberflächlichen Menschen umgibst, zulässt, dass Du ständig verletzt und klein gemacht wirst, wird es schwierig, die eigene Hochsensibilität als Geschenk anzuerkennen. Denn das ist sie. Wir sind wunderbar feinfühlige Wesen und ich weigere mich, in das Fahrwasser zu gehen, in dem alles hochdramatisch und schlimm für uns ist. Wir haben so eine immense Kraft in uns, mit der wir diese Welt verändern können. Doch dazu dürfen wir zuerst bei uns selbst anfangen.

Wenn Du Lust hast, ein paar der Themen näher kennen zu lernen, die mir beim aussteigen geholfen haben, lade ich Dich ein bei unserer 5-Tage-Challenge mitzumachen. Sie ist nicht speziell für Hochsensible, hilft aber enorm dabei, relevante Themen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Melde Dich also gleich an.

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