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Durchfall beim Hund – Ursachen, Maßnahmen und Hausmittel

Ursachen und Hausmittel gegen Durchfall bei Hunden

Durchfall beim Hund ist zwar für alle Beteiligten unangenehm, meistens steckt aber nichts schlimmes dahinter. Auch als Mensch hat man ab und an mal Verdauungsstörungen, die nicht immer gleich eine Magen-Darm-Grippe bedeuten müssen. Allerdings nehmen wir Menschen auch viele unterschiedliche Nahrungsmittel und Getränke zu uns, was beim Hund zumeist nicht der Fall ist. Viele Hunde bekommen immer das selbe in den Napf, daher ist der Besitzer verständlicherweise beunruhigt, wenn nun plötzlich Durchfall auftritt. Vielfach hat sich der Durchfall beim Hund nach zwei Tagen wieder gegeben, dauert er aber länger an oder ist besonders heftig muss man auf jeden Fall zum Tierarzt. Es gibt verschiedene Ursachen für Durchfall beim Hund und natürliche Hausmittel, mit denen du deinem Vierbeiner helfen kannst.

Durchfall beim Hund durch Stress

Auch wenn viele es weder in Betracht ziehen noch gerne hören: Durchfall beim Hund kann schlicht psychische Ursachen haben. Unser erster Berner Sennenhund litt im Schnitt einmal im Monat an heftigem Durchfall. Beinahe jede Stunde musste man mit ihm raus. Er benahm sich ansonsten völlig normal, hatte Mordshunger und war gut drauf, nur hatte er eben diesen ständigen Stuhldrang. Wir waren mehrmals beim Tierarzt und es kam nichts dabei heraus. Eines Tages fragte die Tierärztin, ob vielleicht Stress die Ursache für den Durchfall sein könnte. Im ersten Moment verneinte ich das vehement, da wir einen recht geregelten Tagesablauf hatten.

Doch ab da begann ich ihn genauer zu beobachten. Und es stellte sich heraus, dass er tatsächlich immer dann Durchfall bekam, wenn er Stress hatte. Stress bedeutet für ihn vor allem veränderte Umgebungen. Waren wir zu Besuch bei Freunden, zum Essen oder bei der Familie war er ständig unruhig. Er tigerte auf und ab, saß stundenlang in der Gegend herum und fand einfach keine Ruhe. Er konnte sich schlicht nicht entspannen und das schlug ihm auf den Magen. Durchfall war die Folge. War die Ursache erst erkannt, konnte auch eine Behandlung folgen. Für mich und ihn waren das Bach Blüten. Er bekam über einige Wochen Star of Betlehem, Walnut um mit sich ändernden Situationen besser klarzukommen, Mimulus weil er so empfindlich reagierte und noch ein paar andere Blüten, die ich individuell für ihn zusammengestellt habe. Ab diesem Zeitpunkt hatte er nur noch sehr selten Durchfall, etwa 1-2 Mal im Jahr statt vorher 12 Mal.

Gründe für Durchfall beim Hund

Ursachen für Durchfall beim Hund

Weitere Ursachen für Durchfall beim Hund können auch schlicht ein Magen-Darm-Virus sein, den sich ein Hund ebenso einfangen kann wie wir Menschen. Auch Würmer oder andere Darmparasiten kommen in Frage, ebenso wie eine Futtermittelunverträglichkeit, eine Vergiftung oder chronische Erkrankungen des Darms. Sowohl Parasiten als auch chronische Erkrankungen und Vergiftungen können nur vom Tierarzt festgestellt werden und bedürfen einer speziellen Behandlung. Wer zum Tierarzt geht nimmt am besten gleich eine Kotprobe mit, die dann untersucht werden kann.  Da die zahlreichen Maßnahmen bei chronischem oder wiederkehrendem Durchfall beim Hund den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, lege ich Dir ans Herz, Dich selbst auf die Suche zu machen.

Durchfall kann wie oben erwähnt sowohl psychische Ursachen haben als auch mit dem Futter zusammenhängen. Vielleicht ist Dein Hund einfach in einem Alter, in dem er das bisherige Futter nicht mehr so gut verträgt. Vielleicht hat der Hersteller etwas in der Zusammensetzung geändert. Es gibt wirklich viele Möglichkeiten, wo man ansetzen kann. Medikamente, vor allem dauerhaft, sind in meinen Augen die letzte Wahl. Von geriebenen Karotten über Ingwer, die goldene Paste, Heilerde, Sanofor bis hin zum Fasten lassen kannst Du Dich in die Thematik einlesen.

Hausmittel bei Durchfall

Handelt es sich nicht um eine ernste Erkrankung oder möchte man etwas unterstützend tun, damit es dem Hund wieder besser geht, gibt es verschiedene Hausmittel, die in Frage kommen. Oft liest man von Kohletabletten bei Durchfall. Kohletabletten sind angeblich eine wahre Wunderwaffe und gehören in jeden Haushalt mit Hund in die Notfallapotheke. Kohletabletten sind nämlich nicht nur in der Lage Flüssigkeit im Darm zu binden, sondern binden auch Gifte. Hat der Hund etwas gefressen, bei dem es sich vielleicht um einen Giftköder oder etwas anderes giftiges handelt, kann die Gabe von Kohletabletten sein Leben retten. Einige Gifte wirken sehr schnell und die Fahrt zum Tierarzt kann unter Umständen schon zu lange sein. Das Problem bei Kohletabletten ist nur: Pro Kilogramm Körpergewicht des Hundes muss 1 Gramm Kohletablette verabreicht werden. Die erhältlichen Tabletten haben meist ein Gewicht von 250 mg. Einem Hund mit 5 Kilo müsste man also 20 solcher Tabletten verabreichen. Bei Durchfall sind Kohletabletten nicht das Mittel der Wahl, da gibt es weit bessere Alternativen, die man zudem einfacher in den Hund bekommt.

Möhrensuppe gegen Durchfall beim Hund

Rezept: Morosche Karottensuppe

Wenn der Hund normal frisst, ist das beste Hausmittel ein gekochter Möhrenbrei. Kocht man Karotten lange genug entstehen dabei Zuckermoleküle. Diese sehen für Bakterien aus wie die Zoten der Darmwand, woraufhin sie sich daran festhalten und einfach ausgeschieden werden. Das soll übrigens auch bei Wurmbefall helfen, außerdem bei EHEC und Bakterien, die immun gegen Antibiotika sind. Man nennt diesen Brei auch Morosche Karottensuppe. Das Rezept für die Morosche Karottensuppe ist ganz simpel: Man kocht 500 Gramm Karotten mit einem 1/2 TL Salz (außer bei Nierenerkrankungen) in einem Liter Wasser eine Stunde lang und püriert das Ganze anschließend mit einem Pürierstab. Die Konsistenz sollte Buttermilch ähneln. Diese dann abkühlen lassen und dem Hund mehrfach am Tag etwas davon zu fressen geben. 

Heilerde und Schonkost

Weitere Hausmittel sind schwarzer Tee und Heilerde. Auch gut sind gekochter Reis und gekochtes Hühnchen (bitte ohne Knochen!) da Reis Wasser bindet und Huhn leicht verdaulich ist. Den gekochten Reis kann man kurz vor Ende der Garzeit mit etwas schwarzem Tee anreichern und beim abkühlen aufsaugen lassen. Vermutlich werden die wenigsten Hunde gerne schwarzen Tee pur trinken wollen. Die Heilerde bekommt man in jedem Drogeriemarkt. Je nach Größe des Hundes ist die Dosierung natürlich sehr unterschiedlich. Für kleine Hunde etwa 1 TL, für große 1 EL. Heilerde ist nicht einfach zu dosieren und sie kann zwar den Durchfall stoppen, bekämpft aber nicht die Ursache. Außerdem verhindert sie, dass Bakterien, Viren und Gifte ausgeschieden werden können.

Homöopathie und Globuli bei Durchfall

In Frage kommen auch homöopathische Mittel bei Durchfall. Am besten geeignet sind dabei sogenannte Komplexmittel, da sie einfacher in der Handhabung sind und zuverlässiger wirken. Von der Firma Heel gibt es beispielsweise Diarrheel. Wer auf einzelne homöopathische Mittel zurückgreifen möchte findet vielleicht bei Arsenicum, Gelsemium, Mercurius, Pulsatila, Dulcamara, Sulfur, Bryonia, Arnica, China, Chamomilla usw das richtige Arzneimittelbild für seinen Hund. An der Vielzahl der homöopathischen Mittel, die bei Durchfall in Frage kommen sieht man schon, dass es nicht DAS homöopathische Mittel bei Durchfall gibt und das ganze sehr individuell ist. Daher würde ich ein Komplexmittel wie Diarrheel immer bevorzugen (oder Karottensuppe kochen).

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Fazit: Entspannte Hunde haben seltener Durchfall

Häufig sind emotionale Probleme und Stress die Ursache für Durchfall beim Hund. Natürlich kann man die körperlichen Symptome tierärztlich oder mit Hausmitteln behandeln, aber sinnvoller ist es, die Ursache zu bekämpfen. Denn wenn dem Vierbeiner Stress auf den Magen schlägt, kann dies auch das allgemeine Wohlbefinden und die Abwehrkräfte negativ beeinflussen. Es lohnt sich also, den Ursachen für stressbedingten Durchfall auf den Grund zu gehen.
 

 

 

 

Durchfall beim Hund - Ursachen und Maßnahmen

3 Comments on “Durchfall beim Hund – Ursachen, Maßnahmen und Hausmittel

Heiko Becker
19. April 2016 um 20:23

Hallo,
wieviel Diarheel-Tabletten brauche ich für einen 50 kg Hund?
MfG. H,Becker

Antworten
Redaktion
20. April 2016 um 8:14

Ich würde mich da an die Angaben in der Packungsbeilage halten, 1-3 Tabletten täglich verteilt, in akuten Fällen auch öfter. Mit dem Gewicht des Hundes hat die Dosierung übrigens nichts zu tun da es sich um ein homöopathisches Komplexmittel handelt. Da unterscheidet man von der Dosierung nicht, da die Tabletten keine Nebenwirkungen haben.

Liebe Grüße
Susanne

Antworten
Sylvia Günther
7. August 2022 um 8:23

Ich danke dir sehr für die vielen sehr sehr guten Informationen. Habe schon lange nach genau solche Sachen gesucht. Bin begeistert da es genau auch meiner Lebensenstellung entspricht. Fundiert und auf den Punkt gebracht. ♥

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