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14. August 2015

Hausapotheke für Hunde – Meine Geheimtipps

Wer einen Hund hat weiß, dass immer mal wieder kleinere Verletzungen auftreten können. Beim Spielen das Bein verknackst, eine kleine Wunde hier und da, abgerissene Krallen, Durchfall – manche Hunde scheinen so etwas magisch anzuziehen. Wir hatten hier in 13 Jahren Hundehaltung wirklich Glück und unsere Tierärztin sieht uns meist nur zur jährlichen Impfung. Viele Hundebesitzer möchten gerne den sanften Weg gehen und nicht gleich mit Medikamenten und Antibiotika hantieren (lassen). Es gibt wirklich eine Reihe ganz toller Mittel, mit denen sich kleinere Probleme in den Griff bekommen lassen und zudem noch wahre Wunderwaffen, die leider weder Tierärzten noch Hundehaltern bekannt sind. Das möchte ich hiermit ändern. Was mir persönlich bei der Auswahl der Hausapotheke für Hunde wichtig ist: Die Sachen sollen (schnell) wirken und zudem möglichst lange haltbar sein. Perfekt sind Mittel, die bei Hund und Mensch gleichermaßen wirken.

hausapotheke hund

Hausapotheke für Hunde mal anders

Gleich vorweg: Wer auf der Suche nach einer homöopathischen Hausapotheke für Hunde ist, ist hier falsch. Ich habe nichts gegen Homöopathie, ganz im Gegenteil, ich habe schließlich eine Ausbildung zur Heilpraktikerin gemacht. Aber nicht jeder Heilpraktiker arbeitet automatisch mit Homöopathie. Ich habe ein wenig Erfahrung damit, finde es für den Laien aber viel zu kompliziert, die Behandlung ist oft langwierig und mich persönlich haben die Versuche am eigenen Leib nicht überzeugt. Es gibt einen schönen Spruch: Wer einen Hammer hat sieht überall nur Nägel. Und genau so ist es mit den meisten Homöopathen. Für sie gibt es kein links und kein rechts und wenn man sich in homöopathische Behandlung begibt muss man dies und jenes beachten und um Gottes Willen darf man keine Minze, Kamille oder Kaffee benutzen – oder auch nur ansehen. Ich schöpfe dagegen gern alle Möglichkeiten einer Hausapotheke aus und kombiniere lustig Komplexmittel mit ätherischen Ölen, Bach-Blüten und selbstgemachten Salben. Aber genug gefaselt, packen wir es an.

 

Für Eilige kommt hier die Kurfassung:

Ätherische Öle vs Antibiotika

Ätherische Öle sind etwas ganz wunderbares. Ich hab ja hier schon eines als Wundermittel gegen Zecken angepriesen aber sie können noch so viel mehr. In Frankreich und England wird sehr viel mit ätherischen Ölen gearbeitet, auch in Krankenhäusern. Auch bei uns sind sie in einigen Arznemitteln enthalten können aber viel mehr, als man ihnen auf den ersten Blick zutraut. Jetzt wird es ein wenig fachlich aber ich finde es wichtig zu wissen. Antibiotika kennen wir ja alle und um zu testen, welches Antibiotika gegen welche Keime hilft gibt es ein sogenanntes Antibiogramm. Wer krank ist und vom Arzt Antibiotika bekommt, immer noch krank ist und wieder eines bekommt sollte darauf bestehen, dass ein solches Antibiogramm gemacht wird. Das spart Zeit und Geld und schneller gesund ist man auch wieder. Aber das nur am Rande.

Bei einem Antibiogramm werden Keime in eine Petrischale gegeben und dann wird ihnen ordentlich eingeheizt, damit sie schön wachsen. Darumherum gibt man verschiedene (flüssige) Antibiotika. Die Keime wachsen in den nächsten Stunden, hören aber an der Stelle auf sich auszubreiten, wo sie auf ein Antibiotika treffen, das ihnen nicht schmeckt. Man hat dann in der Mitte ein Gewusel aus Keimen und drumherum ein leeres Feld auf dem nix wächst. Das nennt man Hemmhof. Ganz wunderbar kann man das auf dem Bild rechts oben bei Wikipedia sehen.

Und was hat das alles nun mit ätherischen Ölen zu tun? Ganz einfach, man kann das selbe auch mit Ölen statt Antibiotika machen. Das nennt sich dann Aromatogramm. Und es gibt Labore (z.B. VetScreen), denen man einen Abstrich schicken lassen kann und die erstellen dann eine individuelle Mischung aus ätherischen Ölen, die gegen den Keim angehen. Es gibt einen bestimmten Grund warum ich das Ganze hier schreibe denn in diesem Jahr habe ich schon zweimal die schreckliche Abkürzung MRSA im Zusammenhang mit Tieren lesen muss. MRSA ist eine ganz fiese Sache denn wie der Name schon sagt – Multiresistenter Staphylokokkus Aureus – helfen die meisten Antibiotika nicht. Und hier kommen nun ätherische Öle ins Spiel. Denn es gibt nicht nur Hinweise darauf, dass Öle MRSA den Garaus machen können – oder es zumindest abschwächen – sondern auch Studien darüber. Das wirklich Gute ist außerdem, dass es keine Resistenzen gegen ätherische Öle gibt wie man sie von Antibiotika kennt. (Hada 2003,/Carson & al. 2002/Dryden & al. 2004; Sherry & al 2001/Sherry E, Boeck H, Warnke PH 2001).  Wer es genau wissen will gibt das Stichwort MRSA und die Namen in den Klammern einfach bei Google Scholar ein. Dort kann man sich – meist allerdings gegen Bezahlung – die Studien herunterladen.

Manuka-Honig und MRSA

Vermutlich hat jeder, der schon einmal mit einer kleinen Verletzung seines Hundes beim Tierarzt war die Salbe Mielosan bekommen. Darin ist unter anderem Honig enthalten und – ja, auch ätherische Öle wie Lavendel, türkischer Thymian, Niaouli, Patchouli und Basilikum. Ebenfalls sehr gute heilende Eigenschaften hat der Manuka-Honig. Manuka ist verwandt mit dem Teebaum in Australien. Die Südseemyrte aus welcher der Honig gemacht wird wächst allerdings nur in Neuseeland. Manuka-Honig kann man im Bioladen oder online kaufen. Der Wirkstoff in Manuka-Honig – und auch anderen Honigsorten – nennt sich Methylglyoxal und dieses hemmt das Wachstum von Bakterien. Normaler Honig enthält etwa 20 mg Methylglyoxal, Manuka-Honig bis zu 800 mg pro Kilogramm. Ebenso wie ätherische Öle gegen MRSA helfen können schafft das auch der Manuka-Honig. Es gibt sogar eine kleine Studie darüber.

Beim Kauf von Manuka-Honig muss man sich allerdings in acht nehmen denn nicht überall wo Manuka draufsteht ist auch ausreichend Methylglyoxal enthalten. Nur wo der tatsächliche Gehalt angegeben ist – meist abgekürzt mit MGO oder UMF – ist auch Methylglyoxal enthalten. So ein Glas ist dann allerdings richtig teuer und kann schon mal über 100 Euro kosten.

Propolis-Tinktur wirkt antibakteriell

Eine Alternative zu Manuka-Honig und ebenfalls von fleißigen Bienchen zur Verfügung gestellt ist Propolis. Propolis hat nachweislich antibakterielle, antivirale und antimykotische Eigenschaften. Bienen schützen damit ihren Stock vor Krankheiten. Die Temperatur in einem Bienenstock beträgt rund 35 Grad, es herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit und es ist sehr eng. Der ideale Nährböden für Bakterien, Viren und Pilze aller Art. Kleine Ritzen werden von den Bienen mit Propolis abgedichtet, Fremdkörper damit überzogen und aus dem Stock entfernt und auch die Bienenbrut ist in ihren Waben von einer schützenden Schicht Propolis umgeben. Die Bestandteile sind etwas über die Hälfte Harz und Pollenbalsam, ein Drittel Wachs und der Rest besteht aus ätherischen Ölen, Pollen und Fermenten. Propolis wurde schon, wie ätherische Öle übrigens auch, von den alten Ägyptern verwendet um Mumien einzubalsamieren. Propolis fördert die Wundheilung, wirkt gegen grampositive und -negative Bakterien, Rhino- und Herpesviren und hemmt das Wachstum von Candida und Hautpilzen. Bei Propolis gilt das selbe wie bei den ätherischen Ölen: Bakterien können keine Resistenzen dagegen entwickeln da es zu komplex aufgebaut ist. Ich benutze Propolis bei kleinen Wunden. Der Terrier ist bekannt dafür, aus einem kleinen Zeckenbiss bei sich oder der Fluse einen großen Hot Spot zu machen weil er ständig daran herumleckt. Dann kommt Propolis drauf und es ist nach zwei Tagen Ruhe, die Wunde verheilt und der Mini gezähmt denn Propolis schmeckt ihm nicht.

Euphrasia Augentropfen

Berner scheinen sehr anfällig für Augenentzündungen zu sein. Da die unteren Augenlider ein wenig hängen können sich diese sehr schnell entzünden. Nachdem wir beim Tierarzt jedes Mal eine antibiotische Salbe und/oder Augentropfen bekommen haben und beide Mittel 6 Wochen haltbar sind und dann halbvoll im Müll landeten habe ich mich nach einer Alternative umgesehen, die einen festen Platz in der Hausapotheke bekommen sollte. Von Wala gibt es Euphrasia Augentropfen, einmal als 10 ml Packung und einmal die praktischen Minitropfer die aus 5 oder 10x 0,5 ml bestehen. Letztere sind einzeln verpackt und so wunderbar zu dosieren und man kann sie bis zum nächsten Mal aufbewahren. Je eher man sie anwendet desto besser wirken sie auch und manchmal verschwindet so eine Augenentzündung damit über Nacht.

Traumeel bei Verstauchungen und Verletzungen

Verknackst, verstaucht, verdreht – so ein Hundegelenk hält nicht immer jede Bewegung aus. Wenn Dein Hund humpelnd zu Dir kommt ist es am besten, Du leinst ihn erst einmal an und gehst zwei bis drei Minuten mit ihm. Oft gibt sich das Humpeln dann schnell wieder. Falls nicht ist Traumeel Dein Helfer in der Not. Es ist ein homöopathisches Komplexmittel das wie der Name schon sagt bei Traumata angewendet wird. Trauma klingt zwar gleich sehr dramatisch aber für einen umgeknackten Knöchel ist die Erfahrung nun einmal traumatisch – wenn auch nicht für den Patienten an sich. Traumeel eignet sich also bei allerlei Verletzungen der Knochen, Sehnen und Bänder.

Solunate – gegen alles ist ein Kraut gewachsen

Es gibt Medizin auf dieser Welt die ist einfach hammermäßig gut und leider viel zu unbekannt. So ist das mit den Solunaten. Ich verwende sie seit einigen Jahren, es handelt sich dabei um spagyrische Mittel. Vor ein paar Jahren hatte ich das große Glück auf einem Seminar von Soluna zu landen, die nur ein paar Kilometer von mir weg sind. Dort konnte ich sehen, wie die Solunate hergestellt werden. Es handelt sich um ein kleines Familienunternehmen mit einem Labor in dem in so richtig alten Glasballons die Mittel reifen. Spagyrik zu erklären ist hochkompliziert und würde hier den Rahmen sprengen. Es handelt sich dabei um eine Mischung aus Pflanzenmedizin und Homöopathie, allerdings kann man bei vielen Mitteln die Pflanze noch herausschmecken was bei Homöopathie definitiv nicht der Fall ist. Insgesamt gibt es 22 Mittel (eigentlich sind es nur 21 denn die 13 gibt es nicht ;-)) und zwei ätherische Essenzen, eine Mischung ätherischer Öle. In meiner Hausapotheke habe ich fast alle Mittel und bin daher für beinahe alles gerüstet 🙂

Letztes Jahr im Januar ging hier in der Gegend fies der Zwingerhusten um und meine beiden hatte es tatsächlich auch erwischt (trotz Impfung übrigens). Der Terrier fing damit an und nach einer durchgehusteten Nacht betete ich, dass die Fluse es nicht auch bekommen möge. Der Geräuschpegel war bei einem 7 kg-Hund schon kaum erträglich, 40 kg Resonanzkörper wollte ich mir nicht vorstellen. Wir gingen also zu unserer Tierärztin die sehr viel mit natürlichen Mitteln arbeitet. Wir bekamen Tropfen fürs Immunsystem und ein Solunat. Interessanterweise war es nicht Solunat Nr 15 (Pulmonik) das gegen Husten ist sondern Solunat Nr 9 (Lymphatik). Lymphatik wirkt stark ausscheidend aufs Lymphsystem und transportiert Gifte ab. Außerdem löst es zähen Schleim (darunter fällt auch Eiter).

Ich versorgte die Jungs also mit den Mitteln im Wechsel. Die zweite Nacht des Terriers war wesentlich ruhiger, er hustete kaum mehr. Die Fluse hatte erst vormittags damit angefangen. Nach der Gabe von Lymphatik kotzte er 2x zähen Schleim und hat danach kein einziges Mal mehr gehustet. Auch der Terrier war nach drei Tagen wieder topfit als wäre nix. So müssen für mich Mittel wirken.

Von Soluna gibt es Mittel bei Herzleiden, Entzündungen aller Art (inklusive Erkältungen), ein natürliches Beruhigungsmittel (damit kann man super schlafen), ein Mittel für die Leber, zwei Frauenmittel, eines für die Augen, eines zur Beruhigung der Nerven, eines für die Nieren, drei für Magen/Darm und eines für die Schilddrüse. Es gibt also quasi nichts, was man damit nicht (unterstützend) behandeln kann.

Spenglersan gegen Allergien

Ebenfalls nur in einschlägigen Kreisen bekannt ist Spenglersan. Dabei handelt es sich um spezielle homöopathische Mittel zum sprühen. Zwei Mittel sind dabei vor allem interessant: Spenglersan G und Spenglersan K. Spenglersan G ist ein prima Anti-Entzündungsmittel und fördert die Wundheilung. Auf kleine Wunden, Schnitte, Kratzer, eitrige Mandeln und entzündete Nebenhöhlen gesprüht und schon ist man fast wieder gesund. Interessanter ist aber wohl Spenglersan K ohne das ich (und der Gatte und eine Freundin und andere Leute) schon fast gestorben wären. Es ist nämlich DAS ultimative Mittel gegen Allergien, insbesondere Heuschnupfen.

Bei mir sind es Gräser und ab Mai komme ich aus dem Niesen nicht mehr heraus. Die Augen jucken wie blöd, ebenso der Gaumen. Seit Jahren benutze ich nun Spenglersan K und sprühe es mir dazu in die Nase. Zack, Ruhe für Stunden. Es hat keine Nebenwirkungen, macht nicht müde und hilft einfach nur. Und das beste ist: Der Heuschnupfen fällt jedes Jahr weniger stark aus. Nach inzwischen etwa 5 Jahren brauche ich es nicht mehr 5-8x täglich sondern nur noch alle paar Tage. Wahnsinn. Für alle nacktbäuchigen Hundebesitzer die Ausschlag von Gras bekommen und sich totkratzen wäre das also mal einen Versuch wert. Am besten fängt man schon im Herbst mit der Behandlung an.

Die goldene Paste

Die goldene Paste für Hunde ist das, was die golden Milch für Menschen ist. Kurkuma in Kombination mit Kokosöl ist ein wahres Wundermittel gegen verschiedene Beschwerden – vor allem chronischer Art.

Die goldene Paste wirkt

  • gegen Entzündungen
  • antioxidativ
  • antiviral
  • schmerzlindernd

Die goldene Paste kannst Du einfach selbst herstellen:

  • 2 EL Kurkuma gemahlen, am besten Bio
  • 150 ml Wasser
  • 4-5 EL Kokosöl
  • 1 TL schwarzer Pfeffer frisch gemahlen

Das Öl erwärmen, Kurkuma dazugeben und gut durchmischen. Mit dem Wasser zu einer Paste verrühren und den Pfeffer dazugeben. In ein Glas füllen und im Kühlschrank aufbewahren.
1/4 Tl für kleine Hunde am Tag, bis zu 1 TL für große Hunde.  Und falls Du Dich wegen dem Pfeffer wunderst: Es gibt zahlreiche Studien darüber, dass die goldene Paste MIT Pfeffer wesentlich besser wirkt. Studien findest Du am Ende des Beitrags. Hunde haben normal kein Problem mit Pfeffer, zudem ist es eine sehr geringe Menge. Ich wende die Paste immer kurweise an und die Jungs lieben den Geschmack von Kokosöl (ok, die Fluse, Monsieur Mini eher weniger…).

Falls sich jemand wundert warum das Thema Durchfall gar nicht behandelt wird – ich habe hier schon einen ausführlichen Beitrag geschrieben.

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Studien über die goldene Paste:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3288651/

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23425071

http://www.turmericlife.com.au

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